Zwei Ebenen, die man nicht trennen kann
Der technische Teil ist die Grundlage: Markup mit sinnvoller Semantik, ausreichende Kontraste, Bedienbarkeit ohne Maus, sichtbarer Fokus, Trefferflächen, die man auch auf einem Telefon trifft. Das lässt sich im Sitepackage einmal richtig anlegen.
Der redaktionelle Teil entsteht täglich neu. Jedes Bild braucht eine Entscheidung über den Alternativtext, jede Überschrift eine über ihre Ebene, jeder Link einen Text, der auch außerhalb des Satzes verständlich ist. Wenn diese Ebene fehlt, ist die beste technische Grundlage nach einem halben Jahr wieder aufgebraucht.
Kontrast ist eine Entscheidung über Farben, nicht über Geschmack
Der häufigste Konflikt in Projekten: eine Hausfarbe, die auf hellem Grund den geforderten Kontrast nicht erreicht. Der Reflex ist dann, die Marke anzupassen, was verständlicherweise auf Widerstand stößt.
Der bessere Weg ist ein zweiter Farbwert für Fließtext, der dieselbe Sättigung behält und nur dunkler ist. Die Markenfarbe bleibt dort, wo sie funktioniert: auf Flächen, in großen Schriftgraden und auf dunklem Grund. So bleibt der Auftritt erkennbar und der Text lesbar.
Ehrlich dokumentieren
Zur Barrierefreiheitserklärung gehört die Angabe bekannter Einschränkungen. Das fühlt sich unangenehm an und ist trotzdem der bessere Weg: Eine Erklärung, die Vollständigkeit behauptet, hält der ersten Prüfung nicht stand.
Wir halten deshalb fest, was erreicht ist, was noch offen ist und wann es angegangen wird. Das ist überprüfbar und damit belastbarer als eine pauschale Aussage.