Betreiben

TYPO3-Update und LTS-Migration

Solange eine TYPO3-Version aktiv gewartet wird, sind Sicherheitsfixes für alle da. Danach gibt es sie nur noch gegen Geld, und irgendwann gar nicht mehr. Ein Update ist deshalb keine Kür, sondern der Preis dafür, eine Seite dauerhaft zu betreiben.

Der Lifecycle bestimmt den Takt

TYPO3 folgt einem festen Muster: Jede LTS-Version wird eine Zeit lang aktiv gewartet, danach gibt es Sicherheitsfixes nur noch über ELTS gegen Gebühr, und irgendwann endet auch das.

Wer das im Blick behält, kann Updates planen und im Budget vorsehen. Wer es nicht tut, erfährt davon meist zum ungünstigsten Zeitpunkt. Die aktuellen Daten dazu pflegen wir in der Versionsübersicht, direkt aus der offiziellen Quelle.

Warum Extensions den Aufwand bestimmen

Der TYPO3-Core selbst lässt sich vergleichsweise gut aktualisieren. Der Aufwand entsteht an den Rändern: bei Erweiterungen aus dem Katalog, die noch nicht angepasst wurden, und bei eigenem Code, der auf Funktionen setzt, die es nicht mehr gibt.

Deshalb steht am Anfang immer eine Liste. Jede installierte Extension wird einzeln bewertet: kompatible Fassung vorhanden, Projekt noch aktiv, Funktion überhaupt noch im Einsatz. Erfahrungsgemäß fällt dabei ein Teil ersatzlos weg, weil er einmal für einen Anlass installiert und danach vergessen wurde.

Testen heißt nicht nur Frontend anschauen

Zwischen Major-Versionen ändert sich auch im Backend einiges: an Inhaltselementen, an Backend-Layouts, an Rechten und an der Art, wie Dateien verwaltet werden.

Wir gehen deshalb vor dem Umschalten die Redaktionsseite durch, mit denselben Rechten, die die Redaktion später hat. Fehler, die nur beim Bearbeiten auftreten, fallen im Frontend-Test nicht auf und dafür am ersten Arbeitstag danach.

Wie wir ein Update angehen

Bestandsaufnahme

Aktuelle Version, installierte Extensions, eigener Code, PHP-Version und Serverumgebung. Erst danach lässt sich der Aufwand seriös einschätzen.

Extensions prüfen

Für jede Erweiterung klären: gibt es eine kompatible Fassung, wird sie noch gepflegt, wird sie überhaupt noch gebraucht?

Kopie statt Original

Das Update läuft zuerst auf einer Kopie der Installation. Die Live-Seite wird erst angefasst, wenn die Kopie durchläuft.

Eigenen Code anpassen

Was zwischen den Versionen entfernt oder geändert wurde, wird im Sitepackage und in eigenen Extensions nachgezogen.

Prüfen, was Redakteure sehen

Nicht nur das Frontend. Backend-Layouts, Inhaltselemente und Rechte werden ebenso durchgesehen, weil sich dort zwischen Majors einiges ändert.

Umschalten und beobachten

Vorher eine Sicherung, danach ein Blick in die Fehlerprotokolle. Ein Rückweg ist eingeplant, bevor er gebraucht wird.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn wir das Update aufschieben?

Nach dem Ende der aktiven Wartung erscheinen Sicherheitsfixes nur noch im Rahmen von ELTS, also gegen Gebühr. Läuft auch dieser Zeitraum ab, bleiben neu gefundene Lücken in der eigenen Installation offen.

Der zweite Effekt ist unauffälliger, aber teurer: Je länger man wartet, desto mehr Major-Versionen liegen dazwischen und desto größer wird der Sprung. Aus einer planbaren Aufgabe wird dann ein Projekt. Welche Version wie lange unterstützt wird, steht in der Versionsübersicht.

Können wir mehrere Major-Versionen auf einmal überspringen?

Ja, und häufig ist das der pragmatische Weg. Man springt allerdings nicht wirklich, sondern arbeitet die Änderungen aller dazwischenliegenden Versionen ab. Der Aufwand summiert sich, auch wenn nur einmal getestet wird.

Ab einem gewissen Abstand kippt die Rechnung, und ein Neuaufbau der Templating-Schicht wird günstiger als das Nachziehen. Wo dieser Punkt liegt, hängt am Umfang des eigenen Codes.

Was ist mit Extensions, die es nicht mehr gibt?

Das ist der häufigste Stolperstein. Für jede betroffene Erweiterung gibt es drei Wege: ein aktiv gepflegter Ersatz, eine eigene Umsetzung des benötigten Teils, oder der Verzicht, wenn die Funktion ohnehin kaum genutzt wird.

Welcher Weg passt, klären wir vor dem Update und nicht mittendrin. Genau diese Frage entscheidet meist über den Gesamtaufwand.

Muss die Seite während des Updates offline gehen?

In der Regel nicht nennenswert. Die eigentliche Arbeit passiert auf einer Kopie; live wird nur der fertige Stand geschaltet.

Für den Wechsel selbst planen wir ein kurzes Zeitfenster ein, in dem keine Inhalte gepflegt werden sollten, damit keine Änderungen verloren gehen.

Unklar, wie groß der Sprung wäre?

Nenn uns deine TYPO3-Version und die Liste der Extensions. Daraus lässt sich schon vor jeder Detailarbeit sagen, ob das eine überschaubare Aufgabe ist oder ein Projekt.