Grundlagen
Was ein TYPO3-Projekt teuer oder günstig macht
Auf die Frage nach den Kosten eine Zahl zu nennen, bevor man das Projekt kennt, wäre geraten. Was sich seriös sagen lässt: welche Faktoren den Aufwand nach oben und unten treiben, und wo man selbst Einfluss hat.
Warum Pauschalen in die Irre führen
TYPO3 wird eingesetzt, wenn Anforderungen über den Standard hinausgehen. Genau das macht Pauschalen wertlos: Zwei Projekte auf demselben System können sich im Aufwand um ein Vielfaches unterscheiden, ohne dass eines davon schlecht kalkuliert wäre.
Wer trotzdem eine Zahl nennt, muss dafür Annahmen treffen. Meist stellt sich später heraus, dass sie nicht passten, und dann beginnt die unangenehme Phase der Nachträge.
Was den Aufwand nach oben treibt
Individuelle Inhaltselemente. Jedes eigene Element braucht Konfiguration, Template und Abstimmung. Zehn Elemente sind ein anderes Projekt als drei.
Sprachen. Eine zweite Sprache verdoppelt nicht die Arbeit, erhöht sie aber spürbar: Übersetzungen, Sprachverknüpfungen, Sonderfälle bei nicht übersetzten Inhalten, und für jede Sprache eine eigene Abnahme.
Mehrere Domains in einer Installation. Technisch ein Vorteil von TYPO3, im Projekt zusätzlicher Abstimmungsaufwand, weil Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Auftritten geklärt werden müssen.
Schnittstellen. Anbindungen an CRM, ERP oder ein Warenwirtschaftssystem sind selten der beschriebene Standardfall. Der Aufwand liegt weniger in der Anbindung selbst als im Verhalten bei Fehlern und in der Abstimmung mit dem System auf der Gegenseite.
Altbestand. Eine bestehende Installation zu übernehmen kostet zuerst Verstehen. Wie viel, hängt davon ab, ob der Code dokumentiert und versioniert ist.
Was den Aufwand senkt
Klare Entscheidungen. Der größte vermeidbare Kostenfaktor ist nicht Technik, sondern Unentschiedenheit. Wenn eine Struktur dreimal umgeworfen wird, wird sie dreimal gebaut.
Ein Ansprechpartner mit Entscheidungsbefugnis. Abstimmungsrunden, bei denen niemand entscheiden darf, verlängern Projekte zuverlässig.
Weniger Varianten. Vier Inhaltselemente, die gut durchdacht sind, tragen eine Seite besser als zwölf, die sich überlappen. Weniger Varianten heißen weniger Bau, weniger Test und eine Redaktion, die sich schneller zurechtfindet.
Inhalte rechtzeitig. Texte und Bilder sind in vielen Projekten der eigentliche Engpass. Wenn sie stehen, bevor gebaut wird, entfällt eine ganze Schleife.
Die Kosten nach dem Projekt
Was in Angeboten regelmäßig fehlt, ist der laufende Betrieb. Eine TYPO3-Installation braucht Wartung, regelmäßige Updates und irgendwann einen LTS-Sprung.
Diese Posten fallen sicher an. Sie in der ersten Planung mitzudenken, ist ehrlicher als eine niedrige Anfangszahl, hinter der zwei Jahre später eine unangenehme Überraschung steht.
Wie eine belastbare Schätzung entsteht
Am Anfang steht ein Gespräch über das Vorhaben und, falls vorhanden, ein Blick in die bestehende Installation. Daraus entsteht eine Aufstellung nach Bereichen mit Spannen statt Punktwerten, und mit der Angabe, welche Annahme hinter welcher Spanne steckt.
Der Vorteil dieser Form: Wenn sich eine Annahme ändert, ist sofort sichtbar, welcher Teil der Schätzung davon betroffen ist. Das ist die Grundlage dafür, im Projekt bewusst zu steuern, statt am Ende überrascht zu werden.