Versionen
Wenn der Support endet: ELTS, Risiko und Alternativen
Jede TYPO3-Version hat ein Datum, an dem die reguläre Pflege endet. Danach gibt es zwei Wege: den verlängerten Support kaufen oder die Installation auf einen aktuellen Stand bringen. Beide sind vertretbar, aber aus unterschiedlichen Gründen.
Drei Zustände, nicht zwei
Eine TYPO3-Version durchläuft mehr als „aktuell“ und „veraltet“. Praktisch relevant sind drei Zustände.
In der regulären Wartung bekommt eine LTS-Version Fehler- und Sicherheitskorrekturen ohne Zusatzkosten. Das ist der Normalfall, und er dauert bei jeder LTS-Reihe mehrere Jahre.
Im verlängerten Support ist die reguläre Pflege beendet, Sicherheitskorrekturen gibt es weiter gegen Gebühr. Die Installation ist damit nicht mehr auf dem Stand der Technik, aber sie ist versorgt.
Ohne Support endet auch das. Ab hier gibt es für neu gefundene Lücken keine Korrektur mehr, weder kostenlos noch kostenpflichtig. Was das für den Betrieb bedeutet, steht ausführlich unter TYPO3 absichern.
Welche Version gerade wo steht, zeigt die Versionsübersicht. Sie rechnet den Status aus den Datumsangaben, damit sie nicht den Stand des letzten Datenabrufs anzeigt. Zum Verhältnis von LTS-Reihen und Zwischenversionen gibt es einen eigenen Eintrag im Glossar: LTS.
Was ELTS abdeckt und was nicht
Abgedeckt sind Sicherheitskorrekturen für den Core und für die Systemextensions, die im jeweiligen Paket enthalten sind. Das ist der harte Kern des Risikos, und für viele Installationen deckt es genau das ab, was zählt.
Nicht abgedeckt ist alles andere. Fremde Extensions laufen unter ihrer eigenen Pflege, und deren Autoren stellen die Unterstützung für alte Versionen meist deutlich früher ein als der Core. Neue PHP-Versionen kommen nicht dazu; die Installation bleibt an den PHP-Stand gebunden, für den sie gebaut wurde. Und Funktionen, die im Backend fehlen, fehlen weiter.
Der letzte Punkt wird regelmäßig unterschätzt. Barrierefreiheit im Backend, Umgang mit modernen Bildformaten, Verhalten auf kleinen Bildschirmen: Was neuere Versionen mitbringen, kommt über den verlängerten Support nicht nach.
Wann die Verlängerung die richtige Wahl ist
Es gibt gute Gründe für ELTS, und sie haben alle mit Planung zu tun.
Ein Relaunch steht bereits fest. Wenn ohnehin ein neuer Auftritt entsteht, wäre ein Zwischenupdate der alten Installation verbranntes Geld. Die Verlängerung überbrückt die Bauzeit.
Eine Abhängigkeit ist noch nicht so weit. Eine Schnittstelle zum Warenwirtschaftssystem, die selbst gerade umgebaut wird, oder eine Fachextension ohne Fassung für die neue Version.
Das Budgetjahr passt nicht. Ein Sprung, der geplant ist, aber erst im nächsten Haushalt oder Geschäftsjahr finanziert wird.
In allen drei Fällen gilt dasselbe Muster: Die Verlängerung hat ein Enddatum, das jemand aufgeschrieben hat.
Wann der Sprung günstiger ist
Sobald die Verlängerung zur Gewohnheit wird, kippt die Rechnung. Die Gebühr läuft weiter, während die Installation älter wird und der spätere Sprung größer. Extensions, die es für die alte Version noch gibt, verschwinden nach und nach. Wer die Seite in dieser Phase inhaltlich weiterentwickelt, investiert in einen Stand, den er ohnehin verlässt.
Die ehrliche Frage lautet deshalb nicht „ELTS oder Update“, sondern: Wann ist der Sprung geplant, und was kostet das Warten bis dahin? Ob dabei ein Update oder ein Relaunch der bessere Weg ist, behandelt der Ratgeber Update oder Relaunch. Wie ein Versionssprung praktisch abläuft, steht unter TYPO3-Update.
Der Vorlauf ist der eigentliche Hebel
Ein Versionssprung ist selten technisch schwierig, sondern organisatorisch aufwendig: Extensions prüfen, individuelle Anpassungen sichten, Templates anpassen, testen, abnehmen. Wer damit anfängt, wenn die Wartung bereits ausgelaufen ist, arbeitet unter Druck und zahlt für die Eile.
Wer ein Jahr vorher beginnt, kann den Sprung in ruhige Phasen legen, ihn in Etappen erledigen und nebenbei aufräumen, was sich über die Jahre angesammelt hat. Der Aufwand ist derselbe; die Erfahrung damit ist eine völlig andere.